Hier haben wir alle aktuellen Entwicklungen zum Thema ChromVI (Chromtrioxid) und Chrom III für Sie zusammengestellt...

Die zögerliche und teils undurchsichtige Informationspolitik der autorisierenden EU-Behörden hinsichtlich Zulassung und Nutzungsdauer von Chrom VI bzw. Chromtrioxid in Galvanotechnikprozessen verunsichert vielerorts Anwender und Abnehmer von galvanisierten Kunststoffteilen
Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, Sie sowohl über den aktuellen Stand, sowie unsere Aktivitäten zur Realisierung zukunftssicherer Alternativen in Kenntnis zu setzen, die eine langfristige Absicherung der Lieferfähigkeit garantieren.

Zur Ausgangslage

Die Verwendung von Chromtrioxid innerhalb der EU soll aufgrund der gesundheitsgefährdenden Eigenschaften der Chemikalie verboten werden.
Chromtrioxid wird in der Kunststoffgalvanik für die Vorbehandlung der Rohteile und zur Erzeugung der Chromschicht verwendet. Während des Fertigungsprozesses wird sechswertiges Chrom bzw. Chromtrioxid auf Chrom 0 reduziert.
Das verchromte Bauteil ist also komplett frei von Chrom VI bzw. Chromtrioxid. (Schaubild zur Reduktion von Chrom VI zu Chrom 0)
Die Regulierung betrifft also nicht das verchromte Bauteil, sondern nur einzelne Prozessschritte unseres Fertigungsprozesses.

Um die Weiterverwendung für verantwortungsbewusst handelnde Unternehmen zu ermöglichen, wurden zahlreiche Zulassungsanträge gestellt. Diese sollten die Verwendung über einen definierten Zeitraum absichern, der zur Erprobung und Implementierung von Alternativverfahren genutzt werden kann. Im Idealfall hätte am Ende der Zulassungsperiode eine harmonisierte Umstellung auf bis dahin erprobte Verfahren erfolgen können.
Allerdings hat die EU die Anträge zur Weiterverwendung von Chromtrioxid nicht zum Sunset-Date (21.09.17) entschieden. Die zwischenzeitlich erteilten Zulassungen, wurden mit unterschiedlichen Genehmigungsfristen erteilt, obwohl dies inhaltlich nicht zu erklären sind. Bei einigen Anträgen steht die Entscheidung noch immer aus.
Die Produktion der Fa. Keim ist aktuell über den CTAC-Antrag abgesichert. Nach aktuellem Stand gehen wir davon aus, dass die Produktion mit Chromtrioxid über diesen Antrag noch 4 Jahre möglich ist.

Zwei Lösungswege

1. Substitution von Chromtrioxid

Chromschicht

Die Chromschicht kann mit dreiwertigem Chrom erzeugt werden. Chrom III ist nicht von der Regulierung durch REACh betroffen und wird auch in Zukunft uneingeschränkt verfügbar sein. Die Fertigungsqualität, sowohl optisch als auch in Bezug auf Haftung, Korrosionsbeständigkeit und Chemikalienresistenz, ist inzwischen auf dem gleichen Niveau wie bei Endschichten, welche mit Chromtrioxid hergestellt werden.

Alle gängigen Farben können mit Chrom III realisiert werden (3Q7 Audi bzw. VW Konzern, Silver Shadow, Galvanosilber 09, Perlglanzchrom, Noble Chrom, Eclipse, Cerium Grey, Mattchrom, Glanzchrom...)
Wir haben Chrom III bereits in unserem Fertigungsautomaten integriert und sind jetzt schon in der Lage Ihre Artikel auf die zukunftssichere Chrom III Endschicht umzustellen.

Vorbehandlung

Für ABS u. ABS/PC Kunststoffe wird Chromtrioxid aktuell noch in der Beize eingesetzt. Auch in diesem Prozessschritt arbeiten wir an der Substitution von Chromtrioxid. Zu diesem Zweck wurde eine Testanlage mit einem alternativen Beizverfahren in unserem Fertigungsautomaten integriert. Mit diesem Verfahren lassen sich ABS u. ABS/PC Kunststoffe mit geringem Polycarbonatanteil (reines ABS und ABS PC T45) bereits gut bearbeiten.

Schwieriger gestaltet sich aktuell noch die Fertigung von Kunststoffen wie PC-ABS T65 und Mehrkomponentensystemen. Auf Basis der Fortschritte, die wir erzielen, sind wir allerdings sicher, dass wir auch diese Teile in spätestens zwei Jahren prozesssicher unter Serienbedingungen fertigen können.

Vorteil Polyamid

Die Vorbehandlung für Rohteile aus Polyamid erfolgt ohne Chromschwefelsäure; d. h. sofern eine Chrom III-basierte Endschicht gewählt wird, werden Artikel aus PA bereits jetzt problemfrei, prozesssicher und in Großserie komplett ohne Chrom (VI) gefertigt.

2. Eigener Zulassungsantrag

Um zu vermeiden, dass bei einer anders lautenden Entscheidung zu den Zulassungsanträgen die Versorgung unserer Kunden gefährdet ist, arbeiten wir mit Nachdruck an einem eigenen Antrag, den wir noch dieses Jahr einreichen werden. Einzelanträge werden schneller entschieden und erhalten längere Zulassungen. Hiermit wollen wir sicherstellen, dass laufende Serien noch problemlos bis zum Auslauf der Projekte, und auch über die Zulassungsfrist des CTAC-Antrages hinaus, mit Chromtrioxid gefertigt werden können.

Unser Fazit

Als Fazit lässt sich festhalten, dass wir für Sie auch zukünftig verchromte Kunststoffteile mit dem Qualitätsniveau fertigen können, wie Sie es von uns gewohnt sind. Wir haben uns der Herausforderung gestellt und Lösungen erarbeitet, die Sie, den Endkunden und auch uns zufrieden stellen werden.

Bei eventuellen Rückfragen zu diesem Thema bitten wir Sie, sich bei uns zu melden. Selbstverständlich gehen wir dann auf all Ihre Fragen und Bedenken ein.

Wir sind auch gerne bereit Ihnen Muster mit einer aus dreiwertigem Chrom abgeschiedenen Endschicht zur Verfügung zu stellen. Auch komplett chromtrioxidfrei produzierte Teile können wir Ihnen vorstellen. So haben Sie die Möglichkeit sich selbst davon zu überzeugen, dass Sie keine Abstriche bei der Qualität hinnehmen müssen.

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